Konzeptidee von Franz Rosenberger: Memory Reload

Im Rahmen der Konzeptfindung von „senses reconnected“ wurden von den Teammitgliedern noch weitere Event Media Konzepte entwickelt, die nicht gewählt wurden. Einige ausgewählte Konzepte möchten wir hier vorstellen.

Idee: Verbindungen / Memory Reload (Arbeitstitel)

Rauminstallation mit drei Räumen.

Model Franz Rosenberger: Papier, Styropor     Fotografie©Hartmut Ulmer

Kognition und Erinnerungsmanagement des Menschen gleichen sich an Verarbeitungs- und Funktionsweisen des Computers an. Emotional motivierte Denkprozesse wie die Auseinandersetzung mit Gefühlen, Identität, Authentizität oder Dasein treten in den Hintergrund.  Jede menschliche Regung wird codiert, versachlicht, verglichen, zugeordnet und abgespeichert. Der Bewusstseinsgrad sinkt mit der Menge der Speicherdaten und Speicherkategorien. Das Hirn wird zum Datenspeicher, der Computer zum Gedächtnis. Sinneseindrücke werden zu logische Codierungen und zu Speicherblocks. Ist der Speicher gefüllt, erfolgt die Leerung und damit der Tod des Users. Es folgt der nächste Speicherrohling, bereit zur Befüllung.

Kernsatz

Mensch und Computer verwachsen zu einer Einheit: Wahrnehmung und Denken konditionieren einander.

Model von Franz Rosenberger: Styropor, Papier, Pappe – Fotografie ©Ursula Drees

Beschreibung

Alle Räume greifen inhaltlich aufeinander zu, stellen eine einheitliche narrative Entwicklung dar.

Im ersten Raum werden visuelle und auditive Wahrnehmung durch ein interaktives Spiel ausgebildet; dieser Raum stellt die Menschbildung dar.

Im zweiten Raum, das Menschsein, wird die Verschmelzung Mensch-Maschine ausagiert. Sinnliche Eindrücke werden durch farbige Einheiten abgebildet und einem Erinnerungsspeicher zugeführt. Der Raum wird bis zur Decke mit Speicherblocks gefüllt.

Der dritte und letzte Raum, die Menschvergänglichkeit reflektiert Erinnerung, Erfahrungen, Eindrücke.  Besucher beobachten mit Überwachungskameras die vorhergegangen Perioden bis zum jetzigen Moment. Nicht nur die Vergangenheit wird beobachtet sondern auch die Gegenwart. Der Besucher beobachtet sich bei der Beobachtung.

Model von Franz Rosenberger: Styropor, Papier, Pappe – Fotografie ©Ursula Drees

Interaktions – Spielsystematik

Im ersten Raum werden analoge Steuerelemente mit digitalen Abbildungen verbunden, der Mensch wird geprägt und eingestellt. Das Spiel ist selbsterklärend, haptisch, objektorientiert, leicht zu bewältigen und vertrauenserweckend.

Der zweite Raum wird durch eine innere Schaltzentrale (Multitouchtable) bedient und gesteuert. Die generierten Informationen werden grossformatig auf alle vier Wände projiziert. Wenn die Wände durch Memoryblocks erleuchtet sind, kommt es zum Information Overflow. Die Datenspeicher werden geleert, einer neuer Vorgang beginnt.

Der letze Raum ist ein Beobachtungsraum und nichts anderes.

von Franz Rosenberger

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.