Allgemein

Es werde Licht

Multimedial und interaktiv – So wird unsere Installation sein. Um die Interaktivität auch visuell darzustellen, wollen wir LED-Schläuche einsetzen, welche mit Lauflicht-Effekten zeigen, dass Signale (Audio, Video und Haptik) von einem Terminal zum nächsten fließen. Einige Wochen haben wir gebraucht, um zu recherchieren, welche Schläuche wir dafür einsetzen können, um den gewünschten Effekt zu erreichen. Die optimale Lösung, die wir gefunden haben, sind so genannte LED-Tubes, die selbst programmierbar bzw. über einen PC steuerbar sind. Da diese aber nicht gerade günstig sind, galt es im nächsten Schritt einen Sponsor zu finden, was nicht ganz einfach war.

© Autor unbekannt, Quelle: http://earlsmann.com/LED/Light_up.jpg

Nach viel Überzeugungsarbeit unseres Sponsoring-Teams haben wir letzte Woche nun doch eine Zusage von „Prolighting“ bekommen, dass sie uns die Tubes  mit zugehörigem Controller für den gesamten Zeitraum zur Verfügung stellen.

Nächste Woche sollen sie geliefert werden und dann geht es gleich dran, sich mit der Steuerung auseinander zu setzen, die gewünschten Effekte auszuprobieren und den Raum in buntem Licht erstrahlen zu lassen.

von Anique Roelfsema

Allgemein

Der Griff ins Ungewisse

Den Gegensatz zur digitalen Welt im Zentrum unserer Installation bilden drei Säulen, welche verschiedene Naturräume darstellen. Das Konzept sieht unter anderem vor, diese Räume über den Tastsinn erfahrbar zu machen. Der Besucher soll mit der Hand ein Objekt ertasten, das für den jeweiligen Naturraum charakteristisch ist aber gleichzeitig nicht gesehen werden soll, da dieser Sinn („Sehen“) schon anderweitig abgehandelt wird.

Wie fühlt sich Natur an?
Wie fühlt sich Natur an? © Ageless; http://www.sxc.hu/photo/410724

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

„Kein Problem“, dachten wir anfangs, solche Objekte lassen sich schon finden. Aber das ist bisher nur der konzeptionelle Hintergrund für die Fühlobjekte. Etwas ganz anderes ist die praktische Umsetzung. Was bringt nämlich ein Objekt, wenn es nach 100 Berührungen nicht mehr die ursprüngliche Form hat, seine Oberfläche abgegriffen oder in seine Bestandteile zerfallen ist? Einen Handschmeichler, der von der ersten Person mitgenommen wird, und alle nachfolgenden Besucher ihrer haptischen Erfahrung beraubt, wollen wir auch nicht.

Zusammengefasst suchen wir also drei für ihren jeweiligen Naturraum charakteristische Objekte, die über 10.000 Berührungen unverändert überstehen und möglichst nicht aus der Greifbox herausgenommen werden können. Nicht zu vergessen, dass der Besucher natürlich zuerst dazu animiert werden muss in die Box zu greifen. Das ist doch mal eine Herausforderung.

von Tobias Isakeit

Allgemein

Der Begriff des Künstlers, wer ist eigentlich Künstler?

Pamphlet für gesteigertes künstlerisches Selbstbewusstsein an den technisch-künstlerischen Hochschulen.

Die Studioproduktion Event Media stellt ihr diesjähriges Werk im Umfeld der bildenden Kunst an zwei unterschiedlichen Orten aus. Damit bewegt sie sich erstmalig nicht nur im kommerziellen Bereich, der Industrie, der alltagstauglichen Unterhaltung, sondern in der Hochkultur der Kunst. Das wirft Fragen nach ihrer / unserer Identität auf. Sind künstlerische Artefakte, die im Hochschulumfeld für mediale Gestaltung, wie z.b. der Hochschule der Medien entstehen, dazu berechtigt? Wie kann man das Werk als Kunst identifizieren, obwohl es nicht aus einer der Brutstätten der stattlichen und privaten Kunstakademien entsprungen ist?

Wer sind die? Was stellen die dar? Wer sind wir? Wie stellen wir uns dar? Wie nennen wir uns?

© Ursula Drees

Müssen wir die Nomenklatur der Kunstakademien annehmen wie z.B. …Klasse XY stellt aus…, um uns in dem Feld behaupten zu können? Gerade im Kunstgeschäft gibt es Regeln und Konstanten, die den werdenden Künstler in die Welt der Etablierten einlässt. Diese alten Verschlüsselungen müssen überdacht werden, denn die Kunst und die Kunstproduktion hat sich radikal geändert.

Nicht nur die Unterscheidungen der Kunstakademien zu den Hochschulen, die sich künstlerischen Belangen zuwenden, wie z. B. die Hochschule der Medien, weichen auf, es ist lohnenswert die Eigen- und Aussenwahrnehmung der Institute, ihr Berufungsvorgehen für Professoren und Studenten zu betrachten, die Art der Kunst und ihre Herstellungsmodalitäten.

Eine Kunstproduktion ohne Wirklichkeit

Schon Walter Benjamin beklagte in seinem Aufsatz “Das Kunstwerk im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit” die sich entwickelnde Banalisierung, Verkitschung und Abwertung der Bilder, die durch die fortschreitende Bilderflut einher geht.

Die Wirkung des Kunstwerks verschiebt sich von dessen Originalität, Einzigartigkeit, wie Benjamin sagt die “Aura” eines Werks, hin zu einer breitenwirksamen Leuchtkraft. Mit der medialen Kunst wird Reproduktion als Gestaltungsmerkmal angenommen und Zustände erschaffen, die Räume, Flächen, Menschen, Objekte, Funktionen, Geräte einbeziehen und mit Bildwelten bespielen und Artefakte schaffen, deren Inhalt keine Entsprechung zu einem Ereignis oder einem Zustand der Wirklichkeit aufweisen. Das wirft Fragen zur Rolle des Künstlers auf.

© Ursula Drees

Einzelpersonen können diese Kunst nicht mehr leisten, sie schliessen sich zu Kollektiven zusammen. So sind in den Künstlergruppen Standbildkünstler, Bewegtbild- oder Videokünstler, Künstler der digitalen Verschaltung, Programmierer, Regisseure, Tonkünstler und Vermarktungskünstler gleichermassen. Kunstwerke werden zu aufwändigen medialen Produktionen und das Ego des Einzelnen findet sich im Kollektiv, im Gemeinsamen wieder.

Mehr Mut zu einer Selbst – Definition

Mit dieser neuen Art der Definition des Künstlers müssen auch die Regeln und Konstanten zur Kennzeichnung junger Künstler wandelbar gemacht werden. Studenten, junge Künstler empfinden es als Zumutung in der Einladung zu einer Kunstausstellung nicht mit ihrem Namen oder als Kollektiv mit eigener Bezeichnung angekündigt zu werden. Sie wollen sich nicht mit “Klasse Prof. XY” oder “Prof. XY und Klasse” hinter einem fremden Namen wieder finden. Sie wollen sich nicht dem Argument beugen müssen, dass niemand wisse, wer dahinter steht, wenn ein erdachter Gruppenname fällt. Denn haben sich nicht auch die “blauen Reiter” so vorgestellt?

© Ursula Drees

Die kollektive Kunstschaffung verlangt nach einem klügeren Verständnis mit dem Umgang von Gruppennamen und Künstlerkennung. Der Künstler als genialer Visionär und Einzelgänger und -schaffender ist nur in Kunstgattungen anzufinden, wo es nicht um die Verschmelzung verschiedener Disziplinen geht. Deshalb ist es notwendig dass technisch-mediale Hochschulen zu einem Selbstbewusstsein ausserhalb eines Ingenieurwesens kommen. Die Grenzen Handwerk, Intellekt, Kunst, Gestalt und Vision sind mit der medial technischen Kunst durchbrochen.

von Ursula Drees

Allgemein

6 Uhr morgens, Wind und Regen…

Wir haben die Video-Aufnahmen für unsere Installation abgeschlossen!  Zwei erlebnisreiche Ausflüge auf die schwäbische Alb und eine Erkundung der Wälder auf dem Uni-Campus kurz nach Sonnenaufgang waren nötig, um die Videoaufnahmen zu kriegen, die wir uns für die Installation vorgestellt hatten. Obwohl die Wetterverhältnisse nicht optimal waren und wir einigen Einsatz zeigen mussten, um die passenden Motive zu finden – z.B. eine kleine Klettertour trotz Höhenangst  – sind wir absolut zufrieden mit den Aufnahmen. Nach der ersten Sichtung ist jetzt nur noch geringe Nachbearbeitung nötig und dann können sie in unsere Installation integriert werden.

von Anique Roelfsema

© Anique Roelfsema
© Anique Roelfsema