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User Interface Design für die DVD

Schon einmal eine Website besucht und einen Button aktiviert ohne darüber nachzudenken ob es der Richtige ist? Ganz schön schwierig sich daran zu erinnern, wenn man zu dem Zeitpunkt nicht darüber nachgedacht hat, oder? Ein schlaues Interface Design will nicht erkannt werden, es führt den Nutzer durch ein System ohne dass es bemerkt wird. Natürlich kann ein Interface gefallen, kreativ und künstlerisch sein, aber das ist lediglich die Oberfläche eines meist komplexen Leitsystems, das richtig verpackt sogar ein durchaus minimalistisches Erscheinungsbild haben kann. Ein Ansatz kann sein, den Nutzer zum Spielen, Ausprobieren und kreativen Denken zu bewegen, wie es z.B. das Interactive Studio Barcinski & Jeanjean auf seiner Website (www.barcinski-jeanjean.com) tut um im Interface selbst hervorzuheben, was eigentlich auch in den Produktionen gemacht wird.

content diagram © Franz Rosenberger

Doch was hat das mit unserer Installation zu tun? Nach Fertigstellung von „senses reconnected“ wird es eine Dokumentations-DVD mit Material rund um die Studio-produktion geben, so kann man sich auch noch nach Abbau mit der Installation vertraut machen. Jedoch wollen wir kein Standard-o815-DVD-Menü, sondern etwas Eigenständiges, etwas Neues, dass zum einen die Installation inhaltlich repräsentieren soll und auch als ergänzendes Element gesehen werden kann. Unsere Teammitglieder Franz Rosenberger und Thomas Nathan besuchen neben der Studioproduktion den Kurs User Interface Design, welcher sich genau mit der Konzeption einer ansprechenden Benutzeroberfläche befasst. Glücklicherweise konnte ein Verbindung des Kurses mit der Produktion hergestellt werden, so dass innerhalb des Kurses ein Menü für unsere DVD konzipiert wird.

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Ausschnitt des Mockups © Thomas Nathan

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Dank unseres Dokumentation-Teams waren die Inhalte der DVD schnell definiert. Die Verteilung der verschiedenen Inhalte in Untermenüs lies sich mit Hilfe von paperbased Wireframing effizient und logisch realisieren. Das Design sollte natürlich auch unsere Corporate Identity beinhalten, welche sich jedoch noch in der Produktion befand und so laufend Änderungen vorgenommen werden mussten. Für die Wegeleitung hatten wir zwei Ziele: Zum einen wollten wir einen Teil der Installation aufgreifen und ihn zu einem menüfähigen Objekt transformieren und zum anderen wollten wir alle Menüpunkte der gesamten DVD auf einer einzigen Hauptseite unterbringen um Zwischenspieler von Untermenü zu Untermenü zu Untermenü usw. keinen Raum zu bieten. Wir wollen Orientierung geben und Spieldrang wecken. Die CI wurde fertig- gestellt und beinhaltete das prägnante grafische Element einer Punktmatrix, welche eine optimale Grundlage für ein verspieltes Menü mit klarer Struktur lieferte. Auf dieser Basis wurde ein Mockup erstellt, der nun Benutzertests unterzogen wird um dann das entgültige Menü fertigzustellen.

von Thomas Nathan

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Wie riecht ein See?

Düfte beeinflussen unser tägliches Leben weit mehr, als wir denken. Und das, obwohl der Geruchssinn oft für weniger wichtig gehalten wird als Sehen, Hören oder Tasten. Lange bevor wir bewusst auf einen Duft reagieren, wecken Gerüche Erinnerungen, Gefühle und Stimmungen in uns hervor. Beispielsweise kann der Geruch nach Sonnencreme eine Person sofort in eine heitere Ferienstimmung versetzen oder an den enttäuschenden letzten Urlaub erinnern. Wie Gerüche den Einzelnen beeinflussen, hängt von seiner jeweiligen Erfahrung ab.

Um die Fragestellung „Verfälscht die digitale Welt unsere sinnliche Wahrnehmung?“ aufzugreifen, möchten wir in unserer Installation „senses reconnected“ die „reale“ Welt über möglichst alle Sinne erlebbar machen – und dazu gehören auch Düfte. Mit unserem Sponsor ELU GmbH haben wir den Versuch gestartet, die Natur olfaktorisch erlebbar zu machen. Doch wie riecht Natur? Welche Gerüche sind notwendig um das Gefühl von Wald zu erwecken? Klar! Kiefern, Tanne, Rinde, Harz, Laub, … all das verbinden wir mit Wald. Der erste Duft ist also schnell gefunden.

Wie riecht See? Karla Zara will es herausfinden.
Wie riecht See? Karla Zara will es herausfinden. © Iris Aipperspach

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Doch wie riechen Berge, wie ein See? Hier wird es schon schwieriger und es zeigt sich deutlich, dass jeder von uns eine andere Interpretation von Berg und See hat. Während für den einen der Duft von Kräutern und Wacholder ausschlaggebend ist, meint der Andere, dass auf einem Berg einfach nur Frischluft herrscht und diese gar keinen Geruch hat. Auch bei der Diskussion um die Geruchswelt des Sees scheiden sich die Gemüter: Riecht ein See eher nach Algen oder doch mehr nach Enten, Fischen und abgestandenem Wasser?

Nach einigen Stunden und dem Riechen unterschiedlichster Düfte, hoffen wir nun zusammen mit ELU GmbH, die richtige Duftmischung gefunden zu haben, sodass der Besucher von „senses reconnected“ authentische Eindrücke der verschiedenen Landschaften erfährt. Ob wir die richtige Wahl getroffen haben, können Sie am 1. Juli auf der MediaNight herausfinden.

von Karla Zara

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What you see isn’t always what you get

The idea behind “senses reconnected” is to examine how our senses experience the natural world around us as opposed to how our senses are manipulated and confused within the virtual realm. Since the introduction of computers and digital technologies, along with the fast pace these technologies are advancing, more and more of our daily lives are being played out on the computer and online. The introduction of mobile devices allows us to be connected to the virtual world anywhere we care to go. Keeping us connected almost 24/7.

The main differences between the natural exploration of our physical world and the way of sensory perception in the digital world supported by computers are quite distinct. Within the environment around us, what we see is what we get. Our way of interacting with the world in terms of sight, hearing, taste, smell and touch is fairly straightforward. However when examining how we interact with the digital world, our sensory perception is quite different. The room for manipulation is increased, what we see is not always what we get.

what's real and what's not?
what's real and what's not? © Anique Roelfsema

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Taking this issue into account we have developed the installation in such a way as to incorporate aspects from real life sensory awareness and its digital counterpart. In the exterior part of the installation, we will install columns, where people can experience nature. Every sensory input will be real and natural without any manipulation. In the interior part of “senses reconnected” we give the viewer the opportunity to give an input into the system which can be manifested into other outputs at the different stations. Allowing the participant the option to change and alter one persons previous input into a completely different output. Looking at things through a screen bring to question what information has been changed or remade, has it been modified for our benefit or to work against us. Our senses could be cheated or confused. The question arises “what is real and what isn’t?” So be aware of manipulation.

by Justin Logue

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Zeichen setzen

Den aufregendsten Teil unserer Installation bilden drei Terminals an denen die Besucher auditive, visuelle und haptische Eingaben machen, gleichzeitig aber auch empfangen können. Wohin diese Eingaben in welcher Form gesendet werden und woher am Terminal empfangene Daten kommen muss den Besuchern verständlich gemacht werden,  denn sonst verlieren sie schnell die Lust daran mit der Installation zu interagieren.

Um verständlich zu machen welche Signalübertragungen und -transformationen im Augenblick stattfinden, entwerfen wir daher ein visuelles Interface für unsere Terminals.

Der erste Schritt führt uns hier zu einem statischen Interface, das viele Piktogramme enthält. Diese sind zwar auf ein allgemeingültiges Verständnis abgeglichen, jedoch stellt sich in Tests mit Probanden schnell heraus, dass der User Schwierigkeiten haben wird, die Icons in Verbindung zueinander zu bringen und zu begreifen, was vermittelt werden soll.

Impression des Terminalinterface
© Franz Rosenberger

Um eine Überforderung des Users aufgrund zu vieler gleichzeitig abgebildeter Symbole auszuschließen, kommen wir auf die Idee ein animiertes Interface zu entwickeln. Wir machen uns erneut bewusst, welche Informationen durch das Interface vermittelt werden sollen und erstellen ein Animationskonzept. Mit einem Papierprototypen führen wir erneut Probandentests durch, um Bildkommunikation und Informationsgenauigkeit der Animationen zu testen.

Wir kommen zu dem Schluss, dass unser Interfacekonzept funktioniert, da der deutliche Großteil der Probanden das System nun begreift.

von Franz Rosenberger

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Wir sind digital, wir sind innovativ, wir sind „senses reconnected“!

„senses reconnected“ – Den Namen für unsere Installation haben wir relativ schnell gefunden. Doch was verkörpern wir eigentlich? Wie wollen wir wirken und wie können wir diese Wirkung erzielen? Diese Fragen muss man sich stellen, sobald man ein Projekt kommunizieren will. Und das wollen wir. Nicht nur hier in unserem Blog, sondern auch über viele andere Kommunikationskanäle wie Flyer, Einladungen, Plakaten, Postkarten, Banner, Roll-Ups, T-Shirts, Give Aways sowie in einem Trailer, der die Neugierde auf „senses reconnected“ wecken soll. Denn da wir in einer ziemlich professionellen Kunstwelt leben umfasst die Arbeit eines Kunstwerks nicht nur das tatsächliche Erschaffen des Artefakts sondern auch das darüber Sprechen. „senses reconnected“ ist innovativ, digital und stylish und dies gilt es einheitlich zu kommunizieren.

Daher ist es unumgänglich eine Corporate Identity zu schaffen. Die Herausforderung dabei ist, dass wir eine Identität entwickeln müssen, die es so noch nicht gibt. Denn das Konzept „senses reconnected“ befindet sich bis zum Schluss in einer Entwicklungsphase. Die Kreation einer Farb- und Formenwelt, das Finden der passenden Typografie und die Festlegung auf einen einheitlichen Stil verlangt daher viel Imagination und visionäre Kraft ab. Doch wir haben eine Sprache gefunden und nun gilt es alle weiteren Kommunikationsträger auf eine Linie zu bringen. Derzeit arbeitet die Grafik unter anderem an einem Flyer, der den Grundgedanken und die komplexe Realisierung unserer Idee in einfachen Worten verständlich wiedergibt.

von Kristin Tecles

Wir wollen uns kommunizieren © Kristin Tecles
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Herausforderungen des Bühnenbaus

Das Konzept steht, alles ist durchdacht – denkt man sich – denn jetzt geht es um die Realisierung des bislang rein geistigen Konstrukts. Wie nähert man sich der Realisierung eines Aufbaus am Besten an? Reichen bloße Skizzen oder ist ein Modell- und Prototypenbau sinnvoll? Braucht man Programme wie Cinema4D und CAD, kann man auch Adobe Illustrator benutzen unter Verwendung eines Maßstabs oder der Handskizze? Das sind erste Ungewissheiten mit denen man sich auseinandersetzen muss, bevor es an die Umsetzung geht.

Um möglichst schnell visuell zu arbeiten, entschieden wir uns anfangs für handgezeichnete Vorabskizzen, die als Basis zur maßstabsgetreuen Umsetzung der Pläne in Adobe Illustrator dienen. Diese Pläne dienen uns als Grundlage für unseren ersten Prototypen im 1:1 Maßstab um einen Eindruck der Dimensionen der geplanten Konstruktion zu bekommen.

Das erste Modell der Installation
© Tobias Isakeit

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Seitens der Konzeption gibt es klare Vorgaben, die unter Berücksichtigung der formalästhetischen Gesichtspunkte einzuhalten sind. Dazu gehören einerseits der Bau eines Kuppelsystems mit drei Standbeinen (s.o.), andererseits die Realisierung unter Verwendung von Aluminium-, Stahl- oder Eisenrundrohren. So stellt sich weiter die Frage nach der Statik: Wie soll die Architektur aussehen?

Eine der größten Herausforderungen ist hierbei, dass der Aufbau, entsprechend der unterschiedlichen Abmaße der Ausstellungsorte (Hochschule der Medien in Stuttgart, Haus der Wirtschaft in Stuttgart, SAP in Walldorf), möglichst modular sein muss. Darunter fallen auch Aspekte des einfachen Auf- und Abbaus, sowie des Transports. Zur Klärung dieser Fragen konsultierten wir bereits Bauingenieure, verschiedene Schlosser und letztlich Mitarbeiter des TÜV Süd. Durch diese Gespräche erhielten wir zusätzliche Informationen zu sicherheitstechnischen Bestimmungen und Richtlinien seitens des TÜVs. Weiter kamen dabei unterschiedliche Umsetzungsmöglichkeiten auf und wir entschieden uns für die in unseren Augen praktikabelste und effektivste Lösung: eine Kuppelkonstruktion, deren Standbeine (Terminals) selbsttragend stehen können, sich in zwei Teile zerlegen lassen, untereinander verbunden werden und zur Stabilisierung mit einer Stahlbodenplatte verbunden sind. Hierbei wird es entsprechend der Ausstellungsorte unterschiedliche Verbindungsglieder geben, die es uns ermöglichen den unterschiedlichen Räumlichkeiten gerecht zu werden und gleichzeitig die Konzeptkonsistenz garantieren.

Bei der finalen Umsetzung unseres Konstrukts steht uns nun unser Hauptsponsor, die Firma Engelfried aus Stuttgart-Obertürkheim, mit Rat und Tat zur Seite.

von Felix Wegner und Hartmut Ulmer