Schall und Raum – wie klingt dein Traum?

Damit unsere Besucher voll und ganz in die eigens kreierten Traumwelten eintauchen und diese in ihrer eindrücklichen Gesamtheit erleben können, bedarf es eine Vielzahl ihrer Sinne anzusprechen. Neben visuellen Reizen ist dabei der Klang von essentieller Bedeutung. Hierfür haben es sich Falko Groß, Mareike Franzen, Lukas Münter und Benjamin Hanke zur Aufgabe gemacht eine immersive Klangwelt zu erschaffen welche die Grenzen zwischen Fiktion und Realität respektive Traum verschwimmen lässt. Grundlegend teilt sich die Arbeit des Gewerkes Ton in zwei große Arbeitsbereiche. Sie bestehen aus der Planung und dem Aufbau der Beschallungsanlage im Raum sowie der Erstellung der darauf abgestimmten Audioinhalte.

Die Herausforderung besteht darin, den Besucher mit Hilfe eines dreidimensionalen Klangbildes, in welchem er Schallereignisse aus allen Dimensionen des Raumes rundherum wahrnehmen und orten kann, in mitten seines Traumes hinein zu versetzen. Dies verleiht der Installation Lebendigkeit, da es ein realitätsnahes, natürliches Hören wiederspiegelt. Das Augenmerk liegt dabei auf fein aufgelösten, natürlichen Klangatmosphären, welche der Besucher mit Einsatz verschiedener Tonmodule beeinflussen und verfremden kann. Zusätzlich werden diverse cinematische Audioeffekte, vornehmlich im Subbassbereich, mit eingebunden. So sollen verschiedenste Wirkungsformen erzielt werden, welche beim Besucher unterschiedlichste Emotionen hervorrufen.

Zur Beschallung des Raumes wurden zwei unterschiedliche Konzepte erarbeitet. In Beiden kommen jeweils 10 Lautsprecher sowie Körperschallwandler und ein Subwoofer für die tiefen Frequenzen zum Einsatz. Die Körperschallwandler kommen vornehmlich für Bedienungsklänge zum Einsatz um dem Besucher Rückmeldung bzw. Bestätigung zu seinen Aktionen zu geben. Der grundlegende Unterschied der Konzepte besteht in der Bauweise und der Aufstellung der Lautsprecher. 

Das reflexive Beschallungskonzept basiert auf einer Technologie wie sie in sogenannten Soundbars zum Einsatz kommt. Hier wird Schall gebündelt in verschiedene Richtungen abgestrahlt und an schallfesten Oberflächen wie Wänden und Decken reflektiert. Dies hat zur Folge dass der Zuhörer das Schallereignis nicht aus den Lautsprechern sondern aus Richtung der reflektierenden Oberfläche wahrnimmt. Unser Konzept sieht dafür sechs reflexive Lautsprecher, verteilt an der Außenseite der Einheit, sowie vier weitere an der Oberseite der Einheit vor. Zusammen mit Subwoofer und Körperschallwandlern ist somit die gesamte Beschallungsanlage in unserer Traumeinheit verbaut, was den Aufbau im heimischen Wohnzimmer enorm vereinfacht.

Da das Raumkonzept für unseren Showroom an der HdM keine schallfesten Wände und Decken vorsieht, kommt hier das zweite Beschallungskonzept zum Einsatz. Außerhalb des sechseckigen, mit Projektionsstoff bespannten Raumes, werden reihum sechs nach innen abstrahlende Lautsprecher, sowie vier oberhalb der Projektionsdecke hängenden Deckenlautsprecher aufgestellt. Subwoofer und Körperschallwandler befinden sich wie beim reflexiven Beschallungskonzept in der Einheit. 

Damit die Besucher der diesjährigen virtuellen Medianight auch von zu Hause aus diesen dreidimensionalen Beschallungsaufbau erleben können, wird der Raumklang mit einem Kunstkopfmikrofon aufgezeichnet. Unter Verwendung herkömmlicher Kopfhörer kann somit zu Hause vor dem Bildschirm binauraler, dreidimensionaler Ton vernommen werden. 

Der nächste Eintrag des Tongewerkes widmen sich der Produktion der Audioinhalte.

Beitrag von Falko Groß

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.