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Erneute Tests im Hafen Stuttgart: Sendestrecke und Wasserprojektion

Für die drahtlose und gleichzeitig zeitsynchrone Tonübertragung von unseren Stationen zu den Schiffen verwenden wir Sendestrecken. Nachdem uns unser Technik-Partner mld freundlicherweise ein Setup zu Testzwecken zur Verfügung gestellt hatte, waren wir in der vergangenen Woche gleich zweimal am Hafen. Am Donnerstag zu Fuß, am Freitag dann mit dem Hafen-Verwaltungsboot, das bei der Langen Nacht als VIP-Schiff eingesetzt werden wird. An beiden Tagen konnten wir ein sehr positives Ergebnis verzeichnen: Die Funkübertragung läuft auch über 100m sehr stabil, wir konnten Übertragungsentfernungen bis über 400m realisieren. Gleichzeitig konnten wir aber auch die abschattende Wirkung der Schiffswand und von Stahlkonstruktionen im Hafengelände feststellen, sodass wir die Antennen im besten Fall außen an den Schiffen befestigen wollen.

Aufgrund der erfreulichen Tests haben wir die Möglichkeit einer Timecode-Übertragung verworfen und wollen jetzt bei fünf der sechs Stationen den Sound direkt übertragen. Lediglich für die Station Grenzübergang benötigen wir einen extra Workflow: hier wird mithilfe eines GPS-Sensors der Eintritt des Bootes unter der Brücke erfasst und dadurch ein Soundfile getriggert welches daraufhin nach hinten durchs Boot wandert. Hierzu finden in der kommenden Woche Test-Aufbauten und weitere Gespräche statt.

Daneben konnten wir bei dem Termin im Hafen auch noch einen Projektionstest für die Station Tiefengrenze durchführen. Aus einem oberen Stockwerk der Hafenverwaltung projizierten wir auf ein Mustermaterial, das wir in den Neckar legten und die Ergebnisse waren deutlich besser als erwartet. Als schöner Nebeneffekt zeigt sich auf der Projektionsfläche ein natürliches Wellenmuster, das sich perfekt in unser Unterwasser-Footage einfügt.

Beitrag von Moritz Hoffmann

Sound-Team bekommt Tipps von Usomo

Um das gesamte Soundkonzept umsetzen zu können braucht es viel Know-How. Jetzt hatte unser Sound-Team die Möglichkeit Steffen Armbruster zu treffen und mit ihm über eine technische Umsetzung zu sprechen.

usomo_schwarzetypo_kreis_horizontal_rgbSteffens Firma Usomo erzeugt digitale Klangräume, die binaural korrekt über Kopfhörer  wiedergegeben werden. Die unglaublich immersive Erfahrung konnten wir schon einige Monate zuvor auf der ARS-electronica in Linz testen, wo Steffen seinen Showroom ausstellte. Es war schnell klar, dass wir für die Grenzgebiete etwas ähnliches erzeugen wollen, besonders da der Sound in den Letzten Jahren oft vernachlässigt wurde. Umso grösser war die Freude, als ein  Treffen in Berlin zustande kam.

Früh Morgens kamen wir beim Showroom an. Dieser befindet sich in der Herzbergstrasse 55, Berlin Lichtenberg  in einer alten klinkerverblendeten Margarine-Fabrik, die heute unter dem Namen Kunstfabrik HB55 als Atelier, Werkstatt usw. für zahllose Künstler dient. In einem kleineren Raum fanden wir die uns vertraute Installation aus Linz, aber auch zwei weitere Beispiele für Usomos Einsatzgebiet wieder. Unser Treffen startete auch gleich mit einem erneuten Testen der Software. Im ersten Segment ging man durch einen Raum, in dem passend zur Architektur punktuell virtuelle Klänge verteil wurden, durch die man sich natürlich bewegen kann. Anschliessend wurde eine Reihe von Ausstellungsstücken simuliert und der Kopfhörer wurde zu einem interaktiven Audioguide. Besonders sind hierbei zum einen die tonrichtige Wiedergabe des Raumes und der Richtung, zum anderen das Fehlen umständlicher Aktivierung. Zum Schluss fanden wir uns vor einer Projektion wieder. Diese zeigte eine Szenerie durch deren Klangbild man sich reell bewegen konnte.

Danach setzten wir uns mit Steffen zusammen und präsentierten unser Sondkonzept der Interaktivität zwischen Schiff und Installationen. Die Idee sorgte für positives Feedback, jedoch wurde schnell klar, dass die Usomo-Software hierfür ungeeignet ist. Sie ist auf Stereokopfhörer ausgelegt, so wäre pro Boxen-Paar eine Recheneinheit nötig. Zudem errechnet die Software die Reflexionen in dem speziellen Raum und erzeugt so das natürliche Klangbild. Dieser Rechenaufwand würde sich im akustisch gesehen unterirdischen Schiffsinnerem jedoch komplett verlaufen. Zudem müsse man die Geräuschkulisse der Insassen bedenken. Weiterhin ist es anzuzweifeln, wie genau die Tonlakalisation funktioniere, da die Leute ja Teilweise neben den Boxen sitzen und so nur einen für sie sinnlosen Pegelzuwachs wahrnehmen würden.

Für unsere Installation „Grenzübergang“ legte Steffen uns ans Herz einfach auf eine simple Lösung, wie etwa Lichtschranke und vorgefertigtes Panning zurückzugreifen. Über die Tonübermittlung der anderen Installationen ins Schiff überlegten wir gemeinsam mehrer Minuten. Wir einigten uns darauf, dass unser Ansatz, die Schiffe mit GPS zu tracken und in bestimmten Aktionsradien um die Installationen die Samples abzufeuern realisierbar ist. Zusammen mit einer Timecode-Übermittlung zur Synchronisation von Bild und Ton und gegebenenfalls minimaler Programmierung zum einfachen LR-Panning, kann so eine zwar abgespeckte aber funktionsfähigere Klanginsatllation und Blickführung geschaffen werden. Am ende empfahl er uns noch die Software MNTN auszutesten, da diese uns das Panning eventuell erleichtern könnte. Mittlerweile haben wir das auch getan, haben uns aber entschieden doch selbst in „Max for Live“ den auto-Panner zu coden.

Bevor Steffen Armbruster sich mit Usomo selbstständig machte, arbeitete er in der Projektleitung für die Agentur Tamschick. Sein fachliches Wissen zu medialen Räumen umfasst daher weit mehr als nur Ton. Wir verliessen die HB55 also mit dem Hinweis, dass wir bei allen fachlichen Fragen, seien es Mediensteuerung, Ton oder ähnliches, jederzeit mit ihm in Kontakt treten können.

Beitrag von Dorian Sorg

„Töne müssen her“

Nachdem wir uns nun in der heißen Phase unserer Studioproduktion befinden, ist es an der Zeit, dass das Ton-Team sich Gedanken zu der akustischen Bespielung des Luftschiffes macht.

Die Aufgabe besteht darin, zu analysieren welche Stimmung erzeugt werden soll – innerhalb des Luftschiffes und außerhalb in der Schleuse. Auch die Soundeffekte der Spiele und Rätsel gehören dazu.

Anfangs bestand für uns die Schwierigkeit darin, sich genau vorzustellen welche Töne benötigt werden. Was hört man wenn man in den Eingangsbereich kommt? Welche Sounds werden benötigt um das Luftschiff authentisch wirken zu lassen? Welche Geräusche erzeugen Maschinen? Dazu mussten wir sehr stark mit dem gesamten Team kommunizieren – vorallem aber mit den Verantwortlichen des Konzept-Teams. Hier entsteht die Idee, wie das Luftschiff aussieht und wie es sich anfühlen soll – visuell sowie akustisch. Welches Feeling soll entstehen? Da hier der Sound eine sehr große Rolle spielt, hangelten wir uns am Konzept und an der Idee des Teams entlang. Wir bemerkten jedoch, dass es viele weitere Möglichkeiten und Situationen gibt, durch die ein Ton bzw. ein Geräusch entstehen kann.

Deshalb haben wir ein eigenes Konzept erstellt, das den konkreten Weg von der Schleuse über das Luftschiff bis hin zum Endraum darstellt. Zu jeder dieser Phasen haben wir Töne und Soundeffekte im Internet recherchiert. Hierzu haben wir in der Youtube Library und auf anderen Internetseiten gesucht, auf der man kostenlos und lizenzfrei Sounds verwenden kann.

Nachdem wir uns nicht sicher waren, ob das die richtigen und passenden Sounds waren, überlegten wir uns in einem Meeting mit Frau Drees Alltagsgegenstände, die passen könnten um die richtige Atmosphäre zu schaffen. Diese können in Verbindung mit anderen Sounds aus dem Internet eine gute Lösung bilden. So haben wir beispielsweise das Geräusch eines schwingenden Handtuchs oder das Windrauschen in Bäumen aufgenommen.

Ton 1

Diese Geräusche und Soundeffekte müssen wir dann an die Mediensteuerung und an das Animationsteam weitergeben, die diese in ihrer Programmierung einspielen und verwenden.

Als weiteres großes Element besteht die Beschaffung des Willkommens-Tunes, der in der Schleuse die Besucher auf die freudige Jungfernfahrt einstimmten soll. Hier mussten wir uns jedoch erst informieren, welche Musik zu dieser Zeit „angesagt“ war. Dazu recherchierten wir in verschiedenen Foren im Internet sowie auf Youtube. Als wir eine gute Internetseite mit viktorianischer Musik gefunden und für gut befunden haben, stellten wir zwei ausgewählte Lieder dem kompletten Team zur Auswahl. Schnell wurde sich für eins der beiden entschieden. Nun müssen wir uns mit der GEMA in Verbindung setzen, ob wir das Lied verwenden dürfen oder ob der Urheber noch Rechte auf dieses Lied hat. Grundsätzlich gilt die Regel, dass der Urheber auf sein Lied 70 Jahre nach seinem Tot kein Recht mehr besitzt.

Besuch im Tonstudio

Außerdem hatte das Ton-Team die Aufgabe die Stimme des Autopiloten im Tonstudio aufzunehmen. Dazu haben wir mit unserer Schauspielerin Lisa – die die Viktoria spielt – einen Aufnahmetag im Tonstudio verbracht. Unser Tutor Moritz und ein Helfer aus dem Tonstudio haben uns dabei unterstützt.

Ton 3 Ton 2

Aufgabe der Autopilot-Stimme ist es Tipps für die Rätsel, die Begrüßung der Passagiere oder auch Warnhinweise zu geben, wenn das Luftschiff abstürzt. Nachdem die Aufnahme fertig die Rohdatei so geschnitten, dass man für jedes Szenario eine einzelne .wav-Datei hat.

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Diese einzelnen Dateien werden an die Mediensteuerung weitergeleitet, und auf den Autopiloten programmiert.

Als nächsten Schritt müssen wir die Stimme für den Starschnitt casten und im Tonstudio aufnehmen. Außerdem muss mit der Mediensteuerung kommuniziert werden, welche Töne endgültig benötigt werden und welche Sounds durch die Programmierung erstellt werden.

Beitrag von Sabrina Grätz

A Game of Sounds

Im Bereich Ton gab es zwei Hauptaufgaben. Auf der einen Seite die Herstellung von Sounds für das Spiel. Dafür galt es sich Vorstellungen zu machen wie ein Sound klingen soll. Sobald dies klar war konnte man sich auf die Suche nach Material machen. Dazu gibt es Datenbanken im Internet, außerdem die „Soundbase“ der HdM. Gerade die Internetdatenbanken bieten öfter Sounds mit zu geringer Aufnahmequalität. Dann wird die Suche nach geeignetem Material aufwändig. Im Anschluß findet eine Postpro statt damit der Sound unseren Ansprüchen nahe kommt.

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Auf der anderen Seite wurden für den Bereich Film Tonsachen produziert. An beiden Drehtagen hatten wir auch Audioequipment dabei. Dieses wurde verwendet um Material für die Atmo der Raumerweiterung und die gesprochenen Parts der Jukebox-Szene aufzunehmen. Gerade die Aufnahmen für die Atmo waren nicht ganz einfach, denn beim ersten Drehtag wurde ein Take mit teilweise laufender Klimaanlage gemacht und die beiden weiteren mit laufender Musik. Am zweiten Drehtag wurde in der Atmo keine Musik eingespielt womit das Material vom ersten Drehtag weitgehend unbrauchbar wurde. Glücklicherweise war der einzige vollständige Take für die Raumerweiterung passend.

Zusätzlich sind Sprachaufnahmen zu machen. George, der Protagonist schaut in die Jukebox und sucht einen passenden Song. Dabei denkt er laut. Das wurde eingesprochen und nachbearbeitet. Nach den Aufnahmen wurde ausgewählt. Diese Takes wurden geschnitten, mit Hall versehen und an den richtigen Stellen ins Video eingesetzt. Geräusche, wie das Einwerfen der Münze in die Jukebox wurden hergestellt und dem Video hinzugefügt.

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Beitrag von Nils Beermann

Eine Ladung Lautsprecher

„Richtig große Lautsprecher gibt es kaum noch. Der Trend geht dazu, dass die Boxen mit gleicher Leistung immer kleiner werden.“ So oder so ähnlich klingen sämtliche Antworten zu der Anfrage nach großen Lautsprechern für unsere Installation. Doch auf die Idee von riesigen Boxen baut unser Grundkonzept auf. Man muss ihnen ansehen können, dass in ihnen richtig viel Power steckt. Durch einen Tipp kamen wir dann schließlich zu der richtigen Adresse: Jürgen Heyls Veranstaltungstechnik Stuttgart hat genau das Richtige für uns.

Seine Black Pearl, ein Schlachtschiff an Boxen, war zuerst im Gespräch. Wir durften sie uns anschauen – cool ist sie alle Male, passt aber nicht zu unserer Installation, weil wir Boxentürme statt einer Wand brauchen. Unser Held Herr Heyl hat aber noch jede Menge andere Boxen und wir wurden auch schnell fündig.

Für diese 6 Lautsprecher haben wir uns entschieden:

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Herr Heyl bot uns an, die Boxen mit einem Laster zu liefern. Da sagten wir natürlich nicht nein. Abends fuhr also ein 40 Tonnen Truck auf die Nobelstraße und überforderte nicht nur das Straßensystem, sondern auch uns. Wohin mit diesem Monstrum? Nach einem kleinen Verkehrschaos konnten wir Parkplätze am Straßenrand finden und mit vereinten Kräften die Lautsprecher ausladen und in unseren vierten Raum bringen. Angeschlossen und getestet wurden sie gleich am nächsten Morgen.

IMG_4135Die Mimik und Gestik unseres Sound-Verantwortlichen Christian ist eindeutig. Der Test wurde bestanden mit: „Mega geil!“

 

 

 

 

 

 

 

 

Beitrag von Rebecca Härle