Unsere StuPro in diesem Semester – psychotrop – shifted reality

Da alles Schöne einmal beginnt und auch wieder zu Ende geht, geht auch unsere Zeit mit der Event Media und als Team zu Ende.

Das Ergebnis unserer Produktion haben wir an der MediaNight per Livestream präsentiert. Dabei wurde die Installation vorgestellt und durchgespielt.

Um den Besuchenden einen Einblick in diese verschlossene, unbekannte und geheime Welt zu ermöglichen, wollten wir einen halluzinogenen Drogentrip erlebbar machen. Dieser Trip basiert auf Erfahrungsberichten von echten Konsument:innen dieser Substanzen. Die Installation spielt sich in einem Raum ab, in einer geodätischen Kuppel. Dieser Raum soll das menschliche Gehirn abbilden, da sich dort die Wahrnehmungsveränderungen abspielen. In der Mitte sind abstrahierte Nervenzellen dargestellt, diese bilden die Interaktionsschnittstelle. Durch das Anfassen der Rezeptoren, werden Wahrnehmungsveränderungen ausgelöst, die den Drogentrip gestalten. Zudem gibt es einige Projektionsfenster: Im oberen Bereich der Kuppel gibt es 3 große Flächen, die jeweils einen Waldspaziergang zeigen. Im unteren Bereich gibt es 8 kleine Flächen, die jeweils eine:n unserer Interviewpartner:innen vertreten. Wenn ein Effekt ausgelöst wird, wird der Wald gestalterisch verändert und der Sound des Interviewschnipsel des:r Konsument:in wird eingespielt. Die dazugehörige Interviewcollage im unteren Bereich der Kuppel wechselt das Erscheinungsbild von schwarz-weiß zu farbig.

Der Trip ist in drei Phasen aufgebaut, die sich in ihrer Intensität steigern. Pro Phase werden zusätzlich weitere Nervenzellen freigeschalten und mit ihnen auch neue visuelle und auditive Wahrnehmungsveränderungen. Die letzte Phase ist die sogenannte Ego-Auflösung. Die Ego-Auflösung ist der extremste Zustand, der durch halluzinogene Substanzen erreicht werden kann. Die Erlebenden erfahren eine Abspaltung ihres Körpers und Bewusstseins und erleben einen Zustand der Allverbundenheit. Damit geht oft Angst einher, kann dann aber in einem friedlichen Verbundenheitsgefühl münden.

Nun zur Realisierung der Installation.

Der Bühnenbau
Wir haben einen kleinen Raum geschaffen, um die Intimität zu bewahren. Hier sind wir auf die Form einer geodätischen Kuppel gestoßen. Zusammen mit separat besorgten Holzlatten war die Kuppel in ca. einer Stunde aufgebaut. Der größere Teil der Arbeit folgte darauf: Die metergroßen Dreiecke mussten mit verschiedensten Stoffen bespannt werden. Je nach Anwendungszweck waren das Molton, Projektionsfolie, Gaze, oder dünner Nesselstoff.

Die Interaktionsschnittstelle
Das Herzstück der Installation ist die Interaktionsschnittstelle. Die Tentakeln bestehen aus LED-Streifen, die zunächst auf dicke Aludrähte montiert und anschließend in flexible Silikonschläuche geschoben wurden.
Die Endknöpfchen der Tentakeln wurden mit transparentem PET-Filament 3D-gedruckt und schließlich mit Silikon ummantelt. Hier befindet sich zudem ein Vibrationsmotor, um den Besuchenden haptisches Feedback zu geben.
Die Wahrnehmungsverzerrungen durch die Halluzinogene wurden mittels Touchdesigner realisiert.
Hierbei können verschiedene Bildsignale live verarbeitet werden und reagieren unmittelbar auf das Verhalten der Besuchenden. Insgesamt gibt es 18 Effekte, wovon einige auditiv, einige visuell und ein paar auditiv-visuell gemischt sind.

Die Erfahrungsberichte
Die Erfahrungsberichte, die in der Installation zu sehen sind und auf denen die gesamten Wahrnehmungsveränderungen basieren, stammen aus ca. 8 Stunden Interviewmaterial. Die Interviews wurden geschnitten, collagiert und in die Timeline des Drogentrips eingegliedert.
Uns war es sehr wichtig, dass wir Konsument:innen direkt in der Installation zu Wort kommen lassen, um die Realitätsnähe zu vermitteln.

Die Animation
In der Installation wird von einer einleitenden Introsequenz zu Beginn und der Ego-Auflösung am Ende gerahmt. Die Introanimation dient als Einleitung und Erklärung der Rauminstallation. Hierfür wurde zunächst ein Sprechertext aufgezeichnet, auf den die Introanimation abgestimmt ist.

Das Outro der Installation ist die oben genannte Ego-Auflösung. Die Inhalte sind so abstrakt, dass es nicht möglich war sie aus reellen Bildern generieren zu können. Deshalb wurde die Sequenz 3D-animiert.

Psychotrop – shifted reality hat euch die Türen zu der geheimen, verschlossene und unbekannten Welt der Halluzinogene. Mit dem Semesterende schließen wir diese wieder.

Beitrag von Ida Teschner

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.