Visualizing It – Video

Einer der visuellen Hauptattraktionen in “Trapped Inside” wird die Videowand sein. In diesem Abschnitt der Installation sollen die Besucher regelrecht vom Medienkonsum überladen werden.
Aufgrund dessen muss das Format der Bildschirme und deren Inhalt weitestgehend zueinander passen. Dabei haben wir uns entschieden nur ein soziales Netzwerk zu nutzen damit wir ein eher geordnetes Chaos an Inhalten erstellen können. Durch diese Eingrenzung haben wir ein Seitenverhältnis von 4:3 in einem Raster für die Inhalte festglegen können.

Gleichzeitig musste die Rechtsfrage für die Nutzung der Materialien geklärt werden. Dabei wurde unterschieden zwischen dem deutschen Gesetz und den AGBs der Plattform. Glücklicherweise bekamen wir fachkräftige Unterstützung von Herr Prof. Dr. iur. Tobias Keber, Professor für Medienrecht und Medienpolitik in der digitalen Gesellschaft an der HdM, in dieser Angelegenheit. Mit seiner Hilfe sowie den Studierenden, die er miteinbezogen hat, konnten wir in Meetings ein klares Verständnis erlangen was rechtlich machbar war und was nicht. Zum Beispiel wird auf den Einsatz von spezifischen Musikstücken verzichtet beziehungsweise darauf geachtet nicht einzusetzen obwohl eine GEMA Anmeldung vorhanden ist.

Was die User Journey betrifft hat die Regie eine wirklich ungewöhnliche Idee konzipiert. Die Besucher sollen von den Medien regelrecht verfolgt werden. Es geht nicht nur darum das die Leute von sich aus zu viel Zeit im Internet verbringen, sondern auch das unser tägliches Leben davon geprägt ist. Das Ganze darf einen gewissen Kitzel eines Verfolgungswahnes annehmen. Die wohl größte Herausforderung hier ist die richtige Software zu finden. Eine große Menge an Videos sollen gleichzeitig abgespielt werden. Deswegen stellt sich die Frage ob diese Anzahl an Content vorher über das Tool Da Vinci in einem Raster angelegt wird und dann weiterverarbeitet werden kann.

Eine zweite Möglichkeit wäre alles in TouchDesigner zu programmieren und auszugeben. Schon frühere Installationen haben die visuelle Programmiersprache für interaktive Medieninhalte verwendet. Was am Ende für diese Installation herauskommt wird sich noch zeigen.

Am Anfang im Medienstrudel wird zunächst anscheinend nur der Videoinhalt gezeigt für den man sich vorher entschieden hat. Durch den geplanten Einsatz eines Tracking Systems, welches die Blickrichtung einer Person erfasst, entsteht dort wo die Person hinschaut eine Medienwolke. Diese Wolke besteht aus mehreren Videos und ist zunächst harmlos. Doch mit der Zeit wird jene Ansammlung von Content immer aufdringlicher und störender. Dieser Wahn gewinnt immer mehr an Größe bis durch den Besucher dem Einhalt geboten wird.

An sich ist der Konsum nichts Negatives solange man die Kontrolle hat.
Doch was soll man machen wenn einem die Kontrolle entgleitet und es zu viel wird?


Beitrag von Jürgen Popow

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