Aktuelle Produktion

Schatten

Die Studioproduktion „Schatten“ überträgt einen szenischen Kurzfilm in eine EventMedia Inszenierung. Dieser Kurzfilm erzählt von Schuld. Der Notrufleitstellenmitarbeiter Erik begeht einen Flüchtigkeitsfehler mit der Folge, dass ein Kleinkind stirbt. Seine Schuld scheint ihn zu erdrücken.

Dieses komplexe Thema wird auf 125 qm und interaktiven Installationen thematisiert. Wir arbeiten mit Anamorphosen, die auf überdimensionierten Medienstelen verteilt werden. Zusätzlich wird ein Kopfkino mit hängenden Würfeln und EndlessMirror im Boden installiert. Mit monumentalen filmischen Silhouetten und Überblendungen veranschaulichen wir das Thema „Schatten“.

Die Story

Erik, Familienvater und Angestellter in einer Notrufzentrale hat den Tod eines Kleinkindes zu verschulden. Denn er hat den Rettungswagen direkt nach dem Notruf der Mutter, an eine falsche Adresse geschickt. Schuldgefühle zermürben ihn. Er versucht es zu verdrängen, wird aber immer wieder durch Flashbacks an jene Schicht in der Leitstelle erinnert, und muss sie erneut durchleben. Sein Leben ändert sich, Depressionen, Angstzustände, Paranoia und Autoaggression bestimmen sein Leben. Erst als er sich mit seiner Schuld auseinandersetzt wird eine Veränderung hervorgerufen.
In drei Räumen wird dieses Thema nach einem szenischen Kurzfilm in Szene gesetzt.
 
 
 

Was ist Verdrängung?

Verdrängung heißt in der Tiefenpsychologie der Vorgang, durch den wir vergessen, was wir nicht wahrhaben wollen, weil es unser Selbstgefühl stört. Man erspart sich dadurch die Auseinandersetzung mit Problemen und die Schwierigkeit. So bleibt der Konflikt ungelöst.  Zwar beschäftigt er uns nicht mehr bewusst, aber er schwelt unkontrolliert weiter. Er kann sich dem Wandel der äußeren Umstände nicht anpassen, sondern erhält sich unverändert.  In Träumen, in Fehlleistungen, in Neurosen oder psychosomatischen Krankheiten macht er sich mehr oder weniger unerkannt geltend.
 
 

Station 1:

Mannshohe Stelen sind im Raum verteilt. Auf diesen Stehlen sind Bildfragmente zu sehen. Scheinbar ohne Zusammenhang. Immer wieder blitzen sie durch einen Spiegel durch. DAs Wechselspiel aus eigenen Konterfei und filmischen Inhalten verbinden sich zu einer Einheit. Die Form der Stelen entspricht der übergroßen Macht der Verdrängung. Sie scheint erdrückend zu sein, so sind die Stelen meterhoch.  Mit Anamorphosen, einer seit Mitte des 17 Jahrhunderts angewandte Kodierungsform für Bilder, werden die filmischen Bilder zerschnitten. Und am richtigen Blickpunkt stehend, wird der Blickwinkel der Bilder zu einem Ganzen gefügt. Dann erst wird die Botschaft lesbar.
 
 
 

Station 2:

Als Wegbereitung zur nächsten Station wird an der Stirnseite dieses Raums ein Endless Mirror sichtbar. Er ist leicht gebogen und gibt die Richtung an.

 

Station 3:

Dann folgt der Bereich der Hängenden Würfel. Sie beschäftigen sich mit Flashbacks. Erik springt immer wieder in die auslösende Situation in der Notrufleitstelle zurück.  Ein Flashback (englisch, blitz(artig) zurück, sinngemäß übersetzt etwa Wiedererleben oder Nachhallerinnerung) ist ein psychologisches Phänomen, welches durch einen Schlüsselreiz (z.B. SIRENE) hervorgerufen wird. Die betroffene Person hat dann ein plötzliches, für gewöhnlich kraftvolles Wiedererleben eines vergangenen Erlebnisses oder früherer Gefühlszustände. Diese Erinnerungen können von jeder vorstellbaren Gefühlsart sein.  Das Gehirn kann in diesem Zustand nicht mehr zwischen Vergangenheit und Gegenwart unterscheiden. Man ist in der Situation gefangen!
Der Besucher findet sich vor von der Decke hängenden Würfeln. Er bückt sich, betritt eine schmale Stufe und den Würfel. Kopfhörer hängen auf Augenhöhe, sie werden angelegt und dann werden die filmischen Szenen auf Augenhöhe und Abgeschlossenheit aus der Nähe gezeigt. Ganz nah ist der Besucher der Szene, er kann ihn nicht entrinnen. Und ab einem bestimmten Zeitpunkt wird die Stufe erleuchtet und auch hier findet sich ein Endless Mirror. Nur dass der Besucher darauf steht und schaut er nach unten wird ins endlose des Spiegelbildes fallen.

 

Station 4:

Der Besucher tritt aus dieser Welt heraus. An einer Wand geht die Silhouette Eriks nach hinten.  Diese Silhouette ist gefüllt mit all den Strategien, die seine Psyche für die Umleitung seiner Schuld bereithält. Er wird von seinen Schatten verfolgt.
Als Teilbereich der Psyche eines individuellen Menschen umfasst der Schatten nach C.G. Jung und- oder teilbewusste Persönlichkeitsanteile, die häufig verdrängt oder verleugnet werden, weil sie dem Vorstellungsbild des Ichbewusstseins von sich selbst entgegenstehen: „Die Natur des Schattens lässt sich in hohem Maße aus den Inhalten des persönlichen Unbewussten erschließen“ und deshalb sei Schattenarbeit zugleich auch Bewusstwerdungsarbeit am persönlichen Unbewussten.
Kommt dieser Schatten Raumende an, verschwindet sie und an der Stirnseite tritt Erik erneut heraus. Sein Gesicht übergroß im Profil ist zu sehen. Darin enthalten erneut all sein Tun und Handeln um zu entkommen. ER tritt nach vorne, solange bis die Projektionsfläche mit dem Filmbild ausgefüllt ist. Erst dann bricht Erik zusammen und ergibt sich seiner Schuld.
Noch weiß der Besucher nicht warum er sich diese Schuld aufladen musste. Was hat ihn zu dieser Unkonzentriertheit verleitet. DAs erfährt er dann.
 

Station 5:

Abschließend wird in einem weiteren Raum der szenische Kurzfilm in Ganzheit präsentiert.
 

 

Modell der Installation:

    

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