Interwoven? was wird gemacht?
Dieses Semester bringt die StuPro Spatial Experiences, kurz SpEx, eine räumliche
Installation auf die Spielwiese der HdM. Im Mittelpunkt steht unsere Kapsel als Antwort
auf die Goldene Schallplatte. Die Kapsel liegt zunächst zackig, kühl und leicht abweisend
im Labor. Mit ihr widmen wir uns Fragen von Fremdheit, Kommunikation und der
Begegnung mit einer außerirdischen Lebensform, die in unserem Titel Interwoven
zusammenfinden.


Um nun von diesem groben Thema auf eine konkrete umsetzbare Idee zu kommen,
haben wir umfassend recherchiert. Um allen Gewerken der Spex Stupro eine gute
Grundlage zum arbeiten zu ermöglichen, war es nötig, alle wichtigen Details und
spannungsbildenden Elemente zu definieren und zu testen.
Dabei haben sich zwei zentrale Fragen herauskristallisiert:
- Was macht die Extraterrestrischen Lebewesen aus ?
- Wollen sie uns zerstören oder helfen ?
Um diese Fragen zu beantworten, durchsuchten wir die aktuellen und vergangenen
Darstellungsformen der Extraterrestrischen in verschiedensten Sci-Fi Welten. Dabei
stießen wir auf wiederkehrende Verkörperungen: die Anderen als Spiegel des Menschen,
als undefinierbare Form (2001 Space Odyssey), als Monster oder doch nur angedeutet
um die Phantasie anzuregen (Arrival). Oft werden die Anderen als Fremd und deshalb
auch gefährlich eingestuft. Meist gefährden auch kapitalistische und egoistische Ziele der
Menschen die Entstehung einer friedlichen Dynamik, so das es zur gegenseitigen
Vernichtung kommt.
Wir haben gemerkt, das ohne konkretes Anliegen der Extraterrestrischen keine
schlüssige Auflösung möglich ist. Diese zu finden fiel uns schwerer als erwartet.
Deshalb mussten wir uns erstmal im Detail damit auseinandersetzen mit welchen
Mechanismen diese andere Spezies funktioniert und welche Absichten sie im Zuge
dessen verfolgt. Wochenlang puzzelten wir an unserer neuen Spezies und einigten uns
darauf, dass sie von einem siliziumbasierten Planeten kommen. Das bedeutet, dass all
ihre biologischen Strukturen kristallin sind, ihre Kommunikation über Magnetismus bzw.
Stromimpulse geschieht und ihre Flora vor allem aus langsam wachsender Vegetation
besteht.
Gleichzeitig bedeutet diese physiologische Form auch, dass sie als Gesellschaft
hochemphatisch sind, da sie jegliche Spannungsveränderung wahrnehmen. Daraus
entwickelte sich die Idee sie als einen Organismus zu verstehen.
Uns gefiel der Kontrast zwischen menschlichem Egoismus und dem extraterrestrischen
bzw. ‘silianischen‘ Kollektivbewusstsein.


Arrival 2001 Space Odyssey
(Noch ein Bild des Models einfügen)
Die Idee für die Kapsel hingegen entwickelte sich reibungsloser. Von außen ist sie
kühl, verschlossen und eher abweisend, fast so, als wären wir Eindringlinge dort.
Im Inneren entsteht dann ein starker Kontrast: weich, warm und beinahe wie eine
Umarmung. Genau dieser Wechsel spiegelt für uns das Kennenlernen des Fremden wider.
Zu Beginn wirkt es abweisend, doch mit etwas Annäherung und Neugier lässt sich eine
ganz andere Seite entdecken.


Im Innenraum wollen wir diese Erfahrung über verwobene Informationen und
verschiedene Ebenen des Entschlüsselns weiterführen. (Option to insert technical details
here) Stück für Stück nähern sich die Forscher:innen dem Kern des Raumes, bis sich am
Ende das Wichtigste offenbart: Warum sie eigentlich zu gekommen sind?
Ob mit guter oder böser Absicht, das wollen wir nicht vorwegnehmen. Viel mehr wollen
wir jeder Besucher:innen, jeder Forscher:innen die Möglichkeit geben selber zu einem
Schluss zu kommen.
Beitrag von Anna-Saray Rohmann




