Licht Environment bei Auftritt
Was bringt uns unsere Medieninstallation, wenn wir nichts davon sehen können, weil es zu dunkel ist?
Bei unserem Projekt „AufTritt“ wird ein Bandauftritt realisiert – so, wie ihn sich viele wohl in ihren Tagträumen vorstellen.
Auf der Bühne steht ein Instrument, das von vier Spielern gleichzeitig bespielt werden kann. LED-Streifen auf dem Boden signalisieren, welche Note als Nächstes gespielt wird, sodass auch unmusikalische Menschen ihr Glück auf der großen Bühne versuchen können. Hier sind Feingefühl und Präzision gefragt: Je nach Leistung werden die Spieler mit tobendem Applaus belohnt oder mit Buh-Rufen aus dem Publikum bestraft. Dieses Publikum wird auf einer großen LED-Wand visualisiert.
Eine zentrale Aufgabe – und genau darum handelt es sich in diesem Beitrag – besteht darin, das Erlebnis mit dem richtigen Lichtambiente zu untermalen. Entscheidend ist dabei, dass die Lichtstimmung auf der Bühne oder im Vorraum die Erwartungen der Besucher erfüllt und möglichst nah an ein echtes Bühnenerlebnis heranreicht, ohne die Spieler zu blenden oder vom Spiel abzulenken.

Die erste Herausforderung bestand darin, einen Kompromiss zu finden: nicht zu viel Licht, damit das Aufleuchten der LED-Streifen und der Klaviertasten deutlich erkennbar bleibt, aber auch nicht zu wenig, damit nicht der Eindruck entsteht, man befinde sich in einem dunklen Raum, statt auf einer Bühne. Darüber hinaus erfüllt das Licht auch eine funktionale Aufgabe, indem es die Spieler während der Spieleinleitung unterstützt. So werden beispielsweise die Positionen, an denen sich die Spieler aufstellen, visuell hervorgehoben oder angezeigt.

Nachdem der Bühnenplan feststand, einigten wir uns in gemeinsamen Besprechungen auf die Modelle, die wir verwenden möchten, und visualisierten deren Positionen im Raum. Momentan sind wir dabei, die ersten Scheinwerfer in GrandMA2 zu patchen, sodass wir sie von dort aus steuern und einstellen können. Auch am Rig sind bereits alle Leuchten montiert.

Für die Bedienung erstellen wir mehrere Cues. Das sind Abschnitte, in denen sich das Licht gezielt verändern soll. Zu Beginn nutzen wir unsere Moving Heads am Rig funktional, um die Positionen der Spieler zu markieren – das ist ein Cue. Während des großen Auftritts kommen sie erneut zum Einsatz, um je nach Moment unseres selbstproduzierten Songs Spannung aufzubauen oder wieder herauszunehmen.
Wir erstellen mehrere Cues, die entweder von unserem TouchDesigner-Team über MIDI angesteuert oder ab Songbeginn nach einer festgelegten Sekundenanzahl automatisch getriggert werden. Da sich unser Track nicht verändert, ist diese Vorgehensweise sehr gut umsetzbar. Über Effekte wie Bewegungen der Moving Heads, Helligkeitsveränderungen und Farbwechsel – die wir zusätzlich an die BPM unseres Songs anpassen – können wir rhythmische Bewegungen passend zur Musik visualisieren. Alle Leuchten, die sich im Verlauf unseres Erlebnisses verändern, sind mit unserem grandMA2- Pult verbunden und werden darüber gesteuert.
Eine Herausforderung bestand darin, die Farben für jedes einzelne Licht anzupassen, da jedes Modell Farben unterschiedlich darstellt. Natürlich ist nicht nur in unserer „Hauptattraktion“, der Bühne, Licht verbaut, sondern auch auf dem Weg dorthin – im Tunnel und im Vorraum –, um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten. Momentan finalisieren wir unser Lichtkonzept, sodass wir euch am 29. den Weg erstrahlen lassen können.
Beitrag von Matthias Roth







