MediaNight – reloaded

Wie schnell die Zeit vergeht. Die Media-Night liegt schon wieder mehr als eine Woche zurück und wir befinden uns in den letzten Zügen des Abbaus. Was zuvor noch wochenlang mühsam aufgebaut wurde, ist nun wie vom Erdboden verschluckt. Als ob es „Room4“ nie gegeben hätte.

Ein Hauch von Melancholie schwebt in der Luft. Melancholie, aber auch Zufriedenheit. Zufriedenheit darüber, dass wir alles geschafft haben, was wir uns vorgenommen haben. Das wir unser Projekt trotz der anfänglichen Startschwierigkeiten auf die Beine stellen und dank kräftiger Unterstützung unserer zahlreichen Sponsoren etwas Großes schaffen konnten.

Die Media-Night war ein voller Erfolg für uns und nach 6 Stunden pausenlosem Dauereinsatz konnten wir mit Stolz knapp 400 Besucher zählen. Damit aber auch diejenigen, die an diesem Abend leider verhindert waren, trotzdem noch in den Genuss von „Room4“ kommen, haben wir ein paar Impressionen zusammengetragen. Zeit also, den Abend nochmal Raum für Raum- Revue passieren zu lassen.

Thekenbereich:

10988867_815719801834564_836743555_oHier wurden unsere Besucher empfangen, instruiert und auf das Grauen vorbereitet, bevor sie über die Treppe zum Eingang von Raum 1 geleitet wurden.
Auf dem Bild war noch Ruhe vor dem Sturm, während der Veranstaltung selbst war die Schlange teilweise so lang, dass Besucher über eine Stunde warten mussten und die Secrurity Angst um ihren freien Flur hatte.

Raum 1: Monitorraum10966485_815719755167902_1232628667_n

10247289_10153106138991060_6613067901093425343_n
Hochschule der Medien | Kim Kunze

„Josef K. – Als Kind gedemütigt, als Erwachsener ein Psychopath. Gelange zu Raum 4 um den Wahnsinn zu stoppen“

Vorbei an leuchtenden Lettern ging es vor eine Fernseherwand mit alten Röhren-TVs und eine Stimme begann auf die 6-köpfigen Besuchergruppen einzureden. Mit harschem Tonfall wurden Sie auf ihre Plätze verwiesen. Mehrere Überwachungskameras schickten die Bilder von den Besuchern und ihren Reaktionen aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf die Bildschirme und unsere großartigen Sprecher machten mit ihren Demütigungen schnell klar, dass wir das Grauen in Form von Hilflosigkeit und Scham erlebbar machen wollten. Den Augen der Kameras und unserer Sprecher entging nichts. Unter diesem Eindruck wurde der Besucher unsanft in den nächsten Raum gezerrt.

Raum 2: Dunkelkammer 

Durch eine Dunkelschleuse gelangten die Besucher in einen völlig lichtleeren Raum. Künstliche Lichtquellen, wie Handys und Armbanduhren waren streng verboten. Völlig orientierungslos konnte man sich nur langsam nach vorn tasten, begleitet von der wimmernden Kinderstimme Josef K.s, der von seinem Vater gemaßregelt und zur Strafe in den Keller gesperrt wurde. Nach einiger Zeit wurden die Besucher durch versteckte Öffnungen in der Wand an der Wadengegend angefasst, was die unterschiedlichsten Reaktionen hervorrief, jedoch meist mit einem erschreckten Schrei endete. Durch eine weitere Dunkelschleuse wurden die Besucher dann lautstark in den nächsten Bereich geschickt.

Raum 3: Hundeflur 

1476186_10153106139046060_6896890770145599817_n
Hochschule der Medien | Kim Kunze

Das optische „Schmankerl“ unserer Installation. Eine idyllische Waldlandschaft, mit einem herumtollenden Hund. Der Boden mit Pinienrinde ausgelegt, die gewölbte Dachkonstruktion mit Ästen und dünnen Zweigen verziert. Die rechte Wand bedruckt und hinterleuchtet, über die linke Wand und das Ende des Gangs die Projektion im 90-Grad-Winkel. Der Hund spielt im Laub, hat sichtlich Spaß mit den umherfliegenden Blättern. Nach einem Pfiff nähert er sich in Erwartung einer Belohnung seinem Herrchen. Doch der Schein trügt: Keine Belohnung, sondern ein schreckliches Ende steht dem Vierbeiner bevor. Das Video wird durch die gequälten Schmerzensschreie des Hundes beendet und Josef K. meldet sich zu Wort: „Das war erst der Anfang“.

Raum 4: Boxenraum 

10968849_815719768501234_1595130500_o

Die Besucher wurden in einen 4x4m großen Käfig gesperrt. Darin befanden sich drei riesige Boxentürme, vor denen Terminals mit jeweils 4 Drehreglern und 4 LEDs standen. Außerhalb des Käfigs standen zerbrochene Spiegel, die nichts Gutes erahnen ließen. „Stelle die Boxen aus, gewinne das Spiel. Beende das Dröhnen in Josef K.s Kopf.“ – Das war die Aufgabe. Der Countdown begann, die Boxen dröhnten los. Eine Minute blieb den Besuchern, das Spiel zu lösen.
Der Trick dabei: Alle Drehregler mussten an allen drei Terminals GEDRÜCKT werden, durch Drehen verschlimmerte man nur das Dröhnen. Eigentlich nicht schwer, aber zahlreiche Gruppen scheiterten, weil sie nicht untereinander kommunizierten. Sieg oder Niederlage waren entscheidend für den Ausgang der Story im nächsten Raum. Bei einem Sieg der Spieler öffnete sich der Ausgang des Käfigs automatisch, bei einer Niederlage wurden sie von einem Türsteher herausgeführt.

Raum 5: Spiegelraum

10964767_815719765167901_2073584646_o
Ein Raum, dessen Wände komplett mit Polystyrolspiegeln bedeckt waren, bildete den Abschluss der Installation. Je nachdem, wie die Gruppe zuvor im „Room4“ beim Spiel abschnitt, flimmerte eines von zwei Enden über den 80-Zoll-Flachbildschirm. Haben sie gewonnen, wurden sie Zeugen vom Selbstmord Josef K.s, der seinen Wahnsinn erkennt, sich selbst vor einen Zug wirft und im Leichenschauhaus endet. Bei einer Niederlage sah man eine Karte vom Großraum Stuttgart, und zahlreiche Bilder von Opfern, die durch Josef den Tod fanden. Zeitgleich gingen Schwarzlichter im Raum an und offenbarten blutverschmierte Wände mit Handabdrücken, die von einem der vielen Opfer stammten…

ENDE.

Harter Tobak, nicht wahr? Hoffentlich konnten wir euch mit „Room4“ beeindrucken.

Wir bedanken uns vielmals bei allen Besuchern und freuen uns schon auf das Projekt unserer Nachfolger im Sommersemester 2015.

Hinweis: Leider können wir Euch bisher keine qualitativ hochwertigeren Bilder liefern, da es in unseren dunklen mysthischen Room4-Räumen schwer war das ganze realitsnäh einzufangen. Aber wir halten euch auf dem Laufenden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.