Sphärologist Olafur Eliasson

Jeder, der das erste Mal die Turbinenhalle der TATE Modern, London (152 mal 35 Meter) betritt, wird von der schier unglaublichen Grösse erschlagen, einem Raum mit gigantischen Ausmassen und so eigenwillig und aussagekräftig, dass Kunst dort untergehen muss. Dort inszenierte Olafur Eliasson sein Werk “The Weather Project”, Teil der Unilever Serie, eine jährlich beauftragte, von Unilever gesponsorte Kunstshow. Die Raumbegrenzungen werden durch künstlich erzeugten Sprühnebel undeutlich, scheinen entgrenzt und Teil der Stadtnatur. Während eines Tages entwickelen sich kleine Wolken, Nebelfelder, Dunstglocken und milchige Eintrübungen. Am Hallenende ist eine halb-zirkuläre Form aus Hunderten von, in den Strassenlampen verwendeten, Mono Frequency Lichtern installiert, deren andere Hälfte durch einen Spiegel vervollkommt ist. Die Decke verdeckt ein Spiegel, der die Wetterbedingungen in der Halle vervielfältigt. Dieser natur – atmophärische Zustand wird Gelb erleuchtet, eine Sonne scheint in der Halle, nuancierte Farbänderungen verstärken, simulieren Tageszeiten. Als Besucher will man sich kaum diesem künstlichen Wärmeball entziehen, wünscht...

User Interface Design für die DVD

Schon einmal eine Website besucht und einen Button aktiviert ohne darüber nachzudenken ob es der Richtige ist? Ganz schön schwierig sich daran zu erinnern, wenn man zu dem Zeitpunkt nicht darüber nachgedacht hat, oder? Ein schlaues Interface Design will nicht erkannt werden, es führt den Nutzer durch ein System ohne dass es bemerkt wird. Natürlich kann ein Interface gefallen, kreativ und künstlerisch sein, aber das ist lediglich die Oberfläche eines meist komplexen Leitsystems, das richtig verpackt sogar ein durchaus minimalistisches Erscheinungsbild haben kann. Ein Ansatz kann sein, den Nutzer zum Spielen, Ausprobieren und kreativen Denken zu bewegen, wie es z.B. das Interactive Studio Barcinski & Jeanjean auf seiner Website (www.barcinski-jeanjean.com) tut um im Interface selbst hervorzuheben, was eigentlich auch in den Produktionen gemacht wird. Doch was hat das mit unserer Installation zu tun? Nach Fertigstellung von „senses reconnected“ wird es eine Dokumentations-DVD mit Material rund um die Studio-produktion geben, so...

Wie riecht ein See?

Düfte beeinflussen unser tägliches Leben weit mehr, als wir denken. Und das, obwohl der Geruchssinn oft für weniger wichtig gehalten wird als Sehen, Hören oder Tasten. Lange bevor wir bewusst auf einen Duft reagieren, wecken Gerüche Erinnerungen, Gefühle und Stimmungen in uns hervor. Beispielsweise kann der Geruch nach Sonnencreme eine Person sofort in eine heitere Ferienstimmung versetzen oder an den enttäuschenden letzten Urlaub erinnern. Wie Gerüche den Einzelnen beeinflussen, hängt von seiner jeweiligen Erfahrung ab. Um die Fragestellung „Verfälscht die digitale Welt unsere sinnliche Wahrnehmung?“ aufzugreifen, möchten wir in unserer Installation „senses reconnected“ die „reale“ Welt über möglichst alle Sinne erlebbar machen – und dazu gehören auch Düfte. Mit unserem Sponsor ELU GmbH haben wir den Versuch gestartet, die Natur olfaktorisch erlebbar zu machen. Doch wie riecht Natur? Welche Gerüche sind notwendig um das Gefühl von Wald zu erwecken? Klar! Kiefern, Tanne, Rinde, Harz, Laub, … all das verbinden wir...

What you see isn’t always what you get

The idea behind “senses reconnected” is to examine how our senses experience the natural world around us as opposed to how our senses are manipulated and confused within the virtual realm. Since the introduction of computers and digital technologies, along with the fast pace these technologies are advancing, more and more of our daily lives are being played out on the computer and online. The introduction of mobile devices allows us to be connected to the virtual world anywhere we care to go. Keeping us connected almost 24/7. The main differences between the natural exploration of our physical world and the way of sensory perception in the digital world supported by computers are quite distinct. Within the environment around us, what we see is what we get. Our way of interacting with the world in terms of sight, hearing, taste, smell and touch is fairly straightforward. However when examining how...

Zeichen setzen

Den aufregendsten Teil unserer Installation bilden drei Terminals an denen die Besucher auditive, visuelle und haptische Eingaben machen, gleichzeitig aber auch empfangen können. Wohin diese Eingaben in welcher Form gesendet werden und woher am Terminal empfangene Daten kommen muss den Besuchern verständlich gemacht werden,  denn sonst verlieren sie schnell die Lust daran mit der Installation zu interagieren. Um verständlich zu machen welche Signalübertragungen und -transformationen im Augenblick stattfinden, entwerfen wir daher ein visuelles Interface für unsere Terminals. Der erste Schritt führt uns hier zu einem statischen Interface, das viele Piktogramme enthält. Diese sind zwar auf ein allgemeingültiges Verständnis abgeglichen, jedoch stellt sich in Tests mit Probanden schnell heraus, dass der User Schwierigkeiten haben wird, die Icons in Verbindung zueinander zu bringen und zu begreifen, was vermittelt werden soll. Um eine Überforderung des Users aufgrund zu vieler gleichzeitig abgebildeter Symbole auszuschließen, kommen wir auf die Idee ein animiertes Interface zu entwickeln....