Filmdrehen statt Durchdrehen! – Videoteam

Wie auch bei den anderen Gewerken sind auch die Tätigkeiten des Video-Teams sehr von den anfangs geplanten Aufgaben abgewichen. Wie bereits im letzten Beitrag erwähnt war schnell klar, dass einige Aufnahmen animiert werden mussten, da sich Aufnahmen in einer Wüste schlecht umsetzen ließen und Aufnahmen eines verlassenen Ortes allein nicht abstrakt genug waren. Dennoch zog ein Teil unseres Teams nach Genehmigung der HdM los, um Aufnahmen eines Lost Place zu sammeln, die im nächsten Schritt vom Animationsteam abstrakt erweitert werden sollten.

Im Wesentlichen beschränkten sich unsere Aufgaben in letzter Zeit jedoch auf das Erstellen von Inhalten für die Bespielung unserer Installation. Während Luca sich darum bemühte, das Vergehen einer Pflanze ästhetisch in einem Zeitraffer einzufangen, musste Nico kreativ werden, um so detaillierte und große Aufnahmen wie möglich bei der Entstehung von Schimmel zu erzielen. Schon die erste Timelapse eines Weihnachtssterns war vielversprechend, jedoch gab es noch einige Faktoren, die verbessert werden mussten. Da die Kamera im Ladebetrieb über USB nicht zeitgleich genutzt werden kann, musste alle 3 Stunden manuell der Akku gewechselt werden, was eine leichte Verschiebung des Bildes mit sich zog, was bei der Bearbeitung verbessert, jedoch nicht unsichtbar gemacht werden konnte. Die Lösung dafür war ein „Dummy-Akku“, mit dem die Kamera auch während des Ladens benutzt werden kann. Ein weiterer Fehler war, dass zu Beginn noch der automatische Weißabgleich eingestellt war, was zu ungleichmäßigen Farbtemperaturen führte. Nun musste nur noch ein wenig am Framing gearbeitet werden und schon konnte eine Aufnahme über einen längeren Zeitraum problemlos durchgeführt werden. In Premiere Pro als Bildsequenz mit über 2.000 Bildern zusammengefügt lässt sich das Ergebnis am Ende sehen.

Standbild aus dem Pflanzen Zeitraffer

Zur selben Zeit machte sich Nico daran, Nahaufnahmen in der Entstehung von Schimmel für unseren Makro-Raum zu machen. Eine Herausforderung war unter anderem der sehr geringe Fokusbereich, weshalb man die Blende sehr weit schließen musste. Benötigt wurde deshalb eine sehr scharfe Optik mit guter Abbildungsleistung bei geschlossener Blende. Benutzt wurden Vergrößerungsobjektive eines alten Filmscanners, da diese in unserem Preissegment eine gute Abbildungsqualität haben.

Außerdem war es durch die Größe und Bewegung des Objekts schwierig den Fokus richtig zu setzen, weshalb ein Slider benutzt wurde. Dieser musste jedoch auf einem sehr stabilen Untergrund stehen, da bei dieser Abbildungsgröße schon ein Fußtritt ausreichen kann, um das Bild zu verschieben.

Ein weiteres Problem, das durch eine solch kleine Blende entsteht ist, dass viel Licht benötigt wird. So müssen über viele Tage zu jeder halben Stunde, in der ein Bild gemacht wird, die Lichtverhältnisse identisch sein. Um noch näher heranzukommen, wurden Fotos mit 98 Megapixeln geschossen (Durch Sensor Shifting werden mehrere Bilder mit leicht abweichender Position des Sensors zusammengefügt, um eine höhere Auflösung zu bewerkstelligen). Dadurch kommt man noch näher an das Objekt heran, da man ohne Qualitätsverlust einen Bildausschnitt des Originalbildes verwenden kann.

Next Steps

Unsere wichtigste Aufgabe jedoch steht uns noch bevor: Die Verfilmung unserer Installation. Eine Herausforderung dabei können erneut die Lichtverhältnisse werden. Da die Räumlichkeiten nicht komplett abgedunkelt werden können, kann erst gefilmt werden, wenn es draußen dunkel ist, damit unsere Projektionen gut abgebildet werden können. Dafür benutzen wir die Panasonic Lumix S1, die eine sehr gute Low-Light Performance hat und die mit 10-Bit filmt, wodurch eine große Dynamic Range gegeben ist. Interessant werden auch die Kamerafahrten, bei denen wir unter anderem auf einen Gimbal zurückgreifen werden.

Beitrag von Luca Niedernhöfer und Nicolaj Frank

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