
Das Bühnenteam hat sich vorerst damit beschäftigt, wie die Ideen der Regie umzusetzen sind. Von Anfang an war uns bewusst, dass es einen aufwändigen Bühnenbau geben wird. Aufgrund des ursprünglichen Modells aus der Vorproduktion und den Anforderungen die nach und nach gestellt wurden, haben wir angefangen die Dimensionen festzulegen. Man wird in die Installation gelassen und findet sich in einer Laborschleuse wieder. Doch wie stellt man eine Schleuse dar, in einem Raum, in dem nichts auf dem Boden geklebt werden oder Türen verhangen werden dürfen? Da haben wir schon unsere erste Schwierigkeit. Gelöst wird dieses Problem durch eine Art Zeltoptik, wie genau das jedoch funktioniert und wo diese Zeltplane hängt, das steht noch in den Sternen. Danach kommen wir in den sogenannten Vorraum. Wir befinden uns nun in einer Laborumgebung, welche voraussichtlich durch Requisiten des Fundus bestückt wird. Auch hier steht man in einer Art Zelt, welches in das Grid geriggt wird.

Wenn man in das Labor reinkommt, steht direkt vor einem auch eine Art „Brocken“. Dieser ist ca. 1,2m hoch und 1,4m breit. Er soll die Tür verkörpern, die aus unserer Kapsel rausgebrochen ist, doch da später mehr dazu. Der Brocken dient als eine der ersten Interaktionsschnittstellen. Wir haben sowohl in einem VectorWorks Modell als auch mit einem Prototyp die ideale Höhe des Brockens ermittelt, sodass es sich einfach interagieren lässt. In diesem Bruchstück findet man leuchtende Glyphen wieder welche Touch-Sensitiv sind. Die Schwierigkeit hierbei ist es derzeit, das Bruchstück so zu bauen, dass direkt unter den Glyphen sowohl per DMX angesteuerte Lampen, als auch jeweils ein Lautsprecher verbaut ist. Und es trotzdem noch nach etwas aussieht.

Die andere Hälfte des Labors gehört allein der Kapsel, von außen stachelig und abweisend, von innen lebendig und einladend. Die Kapsel an sich stellt in der gesamten Installation die größte Herausforderung dar. Mit einer Größe von 6m Breite auf 4m Höhe muss eine Illusion einer runden Kuppel erschaffen werden, die sowohl Ton- und Lichtequipment beinhaltet, als auch visuell ansprechend sein soll. Beim Bau der Kapsel haben wir recht schnell gemerkt, dass die Integration des Audiorings eine große Herausforderung sein wird. Angefangen haben wir mit einer kleinen geodätischen Kuppel, welche wir später genau auf die Masse des Rings angepasst haben. Womit wir mittlerweile bei einer Kuppel mit 6m Durchmesser und ca. 4m Höhe gelandet sind. Diese fügt sich perfekt in den Audioring ein.

Der Aufbau gestaltet sich jedoch immer ein wenig schwierig, da die schiere Größe mindestens 7 Menschen zum Aufbau benötigt. Derzeit sitzen wir noch an einer Unterkonstruktion, um die Höhe von 4m zu erreichen. Die geodätische Kuppel wird jedoch nur den Innenraum der Kapsel darstellen, für die Außenwand mussten wir uns ein anderes Konstrukt überlegen. Da die geodätische Kuppel kaum Gewicht aushält, haben wir eine „zweite“ Außenwand gebaut. Diese besteht aus einer Octawall mit äußerem Holzgestell, um eine Art Rundung darzustellen. Diese Wand ist gerade mit unser größtes Problem. Da wir bisher noch nicht wissen, wie diese überhaupt aussehen soll. Es gibt zwar eine grobe Richtung (verspiegelt, löchriger Stoff, große Zacken, …), an der gesamten Umsetzung hakt es aber gewaltig. Der Innenraum hingegen nimmt so langsam Gestalt an. Der Stoff ist bestellt, der Innenraum durchgeplant und die Interaktionsschnittstellen angefangen. Die meiste Zeit geht gerade für die Topologie drauf.

Der Innenraum wird ein Zusammenspiel aus nackten Topologien und sehr organischen, alienartigen Pflanzen werden. Insgesamt wird man aus dem Innenraum ziemlich viel Feedback bekommen, sei es auch noch so subtil. Derzeit sind wir am Sägen der Holzplatten, eine Herausforderung für sich, da diese Platten 2,80m auf 2,07m groß sind. Da unsere Topologien am Ende teils Längen von 4 Metern erreichen sind wir bald mit Puzzeln beschäftigt. Sobald Das geschafft ist, geht es an unsere größte Interaktionsschnittstelle, den Tisch in der Mitte des Raumes. Auch aus Topologien bestehend, wird der Tisch allerdings, einige Interaktionsschnittstellen innehalten. Das Kristallpuzzle und die finale Abstimmung zum einen, zum anderen aber auch die Projektionskuppel, die inklusive Projektor auch im Tisch verbaut sein wird. Da eine Installation nichts ohne Ton wäre, kommen natürlich auch noch drei Lautsprecher in den Tisch hinein. Da stellt sich natürlich die Frage, wie passt das alles in einen Tisch von 1,20m Höhe auf 1 Meter Breite? Nun ja, diese Frage beschäftigt uns auch noch. Und das obwohl die technische Skizze schon einigermaßen final feststeht.

Doch nur Topologien wären ja langweilig. Deswegen wird es von der Decke, von unserem Hauptgegenstand, dem Chandelier, ausgehend 20 Lichtadern geben, die sich an der gesamten Kuppel hinunterranken. Teils versteckt, teils integriert, teils direkt sichtbar und immer mit visuell sichtbarem Feedback. Der Rest des Teams der nach diesen Schwierigkeiten noch Zeit hat ist mit den Pflanzen beschäftigt, die die restliche Kuppel bedecken. Schwierigkeit hierbei ist es, Pflanzen herzustellen, die außerirdisch aussehen, und gleichzeitig auch die Essenz der Ausserirdischen einfangen. Einige Flächen der Kuppel werden mit einer Art orangenem Moos bedeckt sein, aus dem Kristalle und Pflanzen herauswachsen. Insgesamt wird es ein sehr organischer Innenraum werden.
Beitrag von Nina Geschwandner